Rückblick auf den 11. IDR-Rechnungsprüfertag
Zwei Tage voller Impulse, Austausch und Perspektiven für die öffentliche Finanzkontrolle
Am 9. und 10. Juni 2026 fand in Bad Lauterberg der 11. IDR-Rechnungsprüfertag statt. Der Vorstandsvorsitzende des IDR, Matthias Warnecke, begrüßte mehr als 180 Teilnehmende aus ganz Deutschland zu zwei Tagen voller fachlicher Impulse, praxisnaher Diskussionen und persönlicher Begegnungen.
Traditionell begann die Veranstaltung mit der Verleihung der IDR-Zertifikate. Insgesamt 34 Absolventinnen und Absolventen konnten ihre erfolgreiche Weiterbildung abschließen und ihre Zertifikate entgegennehmen. Das IDR gratuliert allen Teilnehmenden herzlich zu diesem wichtigen Meilenstein.
Den ersten Fachvortrag hielt Astrid Mehrfeld unter dem Titel „Klug statt einsam: Warum kollegiale Beratung das beste Antikorrosionsmittel im Prüfalltag ist“. Aus psychologischer und neurologischer Perspektive zeigte sie auf, wie Menschen auf schwierige oder scheinbar ausweglose Situationen reagieren und welchen Beitrag kollegiale Beratung zur Lösungsfindung leisten kann. Besonders die Bedeutung der richtigen Fragetechnik stieß auf großes Interesse. Die Inhalte wurden später in einem Workshop anhand praktischer Fallbeispiele vertieft.
Am Nachmittag nahm Dr. Konstantinos Tsetsos von der Universität der Bundeswehr München die Teilnehmenden mit auf eine Reise durch die Geschichte und Gegenwart hybrider Bedrohungen. In seinem Vortrag „Hybride Bedrohungen und Resilienz in öffentlichen Verwaltungen“ erläuterte er geopolitische Entwicklungen, mögliche Zukunftsszenarien und die daraus resultierenden Herausforderungen für Staat und Verwaltung. Besonders eindrucksvoll war die verständliche Darstellung komplexer Zusammenhänge und die Ableitung konkreter Anforderungen an die Resilienz öffentlicher Institutionen.
Großen Zuspruch fanden auch die fünf parallel angebotenen Workshops. Die Themen reichten von der Sozialprüfung und aktuellen Entwicklungen im Vergaberecht über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Rechnungsprüfung bis hin zur kollegialen Beratung und einem speziellen Austauschformat für Absolventinnen und Absolventen des IDR-Zertifikatslehrgangs. In kleinen Gruppen wurde intensiv diskutiert, gemeinsam gearbeitet und voneinander gelernt.
Nach der Mitgliederversammlung klang der erste Veranstaltungstag bei einem gemeinsamen Abendessen und vielen persönlichen Gesprächen aus. Der informelle Austausch über Fach-, Behörden- und Ländergrenzen hinweg bleibt ein wesentlicher Bestandteil des Rechnungsprüfertages und wurde von den Teilnehmenden erneut sehr geschätzt.
Der zweite Veranstaltungstag begann mit der Fortsetzung der Workshops. Anschließend referierte Benjamin Knull vom Institut für Governance & Psychologie über die Psychologie wirtschaftskrimineller Handlungen und die Grenzen vermeintlicher Unabhängigkeit. Sein Vortrag regte dazu an, das eigene Rollenverständnis kritisch zu reflektieren und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie unabhängig Prüfende tatsächlich handeln können.
Mit zahlreichen neuen Impulsen, fachlichen Erkenntnissen und wertvollen Kontakten endete der 11. IDR-Rechnungsprüfertag am gemeinsamen Mittagstisch. Die Veranstaltung hat erneut gezeigt, wie wichtig der fachliche Austausch und die gemeinsame Weiterentwicklung der öffentlichen Finanzkontrolle sind.
Unser herzlicher Dank gilt allen Referierenden, Workshop-Leitenden, Mitwirkenden, Organisierenden und Teilnehmenden, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim 12. IDR-Prüferkongress am 8. und 9. Juni 2027 in Bad Lauterberg.