Kennen Sie schon Hans-Dieter Wieden?
Vielen Dank, dass wir heute mit Dir unsere Interview-Reihe fortführen können. Das Ziel ist unseren Mitgliedern unsere vielen engagierten Mitstreiter und Mitstreiterinnen in den Gremien des IDRs etwas näher vorzustellen.
In einem Satz: Wer bist Du?
Netzwerker, der sich mit seinen Aufgaben identifiziert und den eigenen Kosmos verbessern will.
Welches Hobby hast Du, das niemand erwartet?
Fotografieren – weiß wohl Jeder – aber auch Geschichte und die Stadtentwicklung meiner Heimatstadt Herborn.
Ich bin aktiv im Herborner Geschichtsverein und werde mich im Ruhestand zum Stadtführer ausbilden lassen. Ab Juni 2025 kann man mich gerne über Herborn Erleben • Stadt(ver)führungen (herborn-erleben.de) buchen. Außerdem will ich meine Mitwirkung in der Initiative zur Stadtentwicklung „Wir für Herborn“ (Wir für Herborn – Startseite) im Ruhestand intensivieren.
Wo finden wir Dich beruflich, wenn Du dich nicht für das IDR engagierst?
Seit März 2011 leite ich das Revisionsamt der Stadt Frankfurt am Main. Hier habe ich das, was der IDR entwickelt hat, versucht in die Praxis umzusetzen. Wie mir das gelungen ist, mögen meine Prüferinnen und Prüfer beurteilen.
Im weiteren Sinne „beruflich“ aktiv bin ich noch als Vorsitzender der AG der Revisionsämter im Hessischen Städtetag und als Mitglied der AG im Deutschen Städtetag und im Gutachterausschuss Finanzen sowie als Mitwirkender bei zahlreichen Berichtsvorhaben der KGSt. Darüber hinaus bin ich Referent und Dozent an der University of Applied Science Frankfurt, für die KGSt und selbstverständlich für den IDR. Meine Dozententätigkeit werde ich auch im Ruhestand fortsetzen, solange mein Erfahrungswissen noch aktuell und gefragt ist.
Deine Position im IDR in drei Worten?
„Netzwerker“, Vorstandsvorsitzender und Moderator
Warum engagierst Du dich hier? Ein Satz!
Ich will der Öffentlichen Finanzkontrolle Gesicht und Stimme geben!
Wie hat sich die öffentliche Finanzkontrolle in den letzten Jahren entwickelt?
In 18 Jahren IDR hat sich die Finanzkontrolle stetig weiter entwickelt. Die Finanzkontrolle ist ein unabhängiger und integraler Bestandteil geworden.
Die Fachexpertise des IDR wird nachgefragt und geschätzt. Wir werden bei Änderungen zur Rechnungslegung und kommunalen Vorschriften angehört.
Die öffentliche Finanzkontrolle ist digitaler geworden, wir sind schon weiter, als die Verwaltungen die wir prüfen. Außerdem stand und steht das Thema „Qualitätsmanagement“ im Zentrum. Hier kann ich auf das QM Handbuch verweisen, dass der AK Qualitätsmanagement erarbeitet hat.
Wichtig war und ist dabei stets der Blick nach vorne. Entwicklungen erkennen, aufnehmen und der Mitgliedschaft Arbeitshilfen bereit stellen, um auf die Herausforderungen reagieren zu können. Jüngste Bespiele, die wir auch beim 9. Prüfertag thematisiert haben, „Nachhaltige öffentliche Finanzwirtschaft und die Rolle der öffentliche Rechnungsprüfung“ und die Möglichkeiten der KI im Vortrag „Talk to the maschine“ sowie der Workshop „Textgenerierende KI in der kommunalen Rechnungsprüfung“.
Welche Herausforderungen sind Dir bei deiner Arbeit im Vorstand begegnet?
Es ist nicht immer einfach, die unterschiedlichen Interessen zusammenzuführen. Die unterschiedlichen Regelungen der Länder im Rechnungs- und Prüfwesen stellt mich und den IDR vor große Herausforderungen. Ohne den Föderalismus und die kommunale Selbstverwaltung in Frage zu stellen, brauchen wir insbesondere für die Digitalisierung mehr Standardisierungen. Wir müssen weg von Hierarchien und Zuständigkeiten hin zu ebenen übergreifenden Prozessen, die aus Bürgersicht gedacht werden.
Die größte Herausforderung war sicherlich die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen.
Auf welche Erfolge oder Veränderungen im Verein bist Du besonders stolz?
Die Stärkung der Landesgruppen, die ich mir für meine erste Amtszeit (2016-2020) vorgenommen hatte, die Digitalisierung der Prüfung, der Schwerpunkt der aktuellen Amtszeit (2020-2024) und unsere Fortbildungsangebote mit dem IDR-Zertifikatskurs für Prüfende und Führungskräfte, den Workshops und den Praxistagen. Außerdem haben wir uns weiter professionalisiert und digitalisiert, die Geschäftsstelle ausgebaut und Stellen für die Facharbeit eingerichtet. Mit Ausnahme eines teilhauptamtlichen Vorstandsmitglied sind wir aber alle mit großen Engagement ehrenamtlich tätig.
Ein Ziel für nächstes Jahr?
Den Staffelstab an meinen Nachfolger Matthias Warnecke übergeben und ihn bei der Einarbeitung unterstützen.
Wo ist das IDR in 5 Jahren? Ein Satz.
Anerkannter Berufsverband mit vielen zufriedenen Mitgliedern.
Ein Rat an alle Vereinsmitglieder?
Prüfen darf und muss Spaß machen. Zur eigenen Motivation auf die „kleinen“ Erfolge achten und auf das Blicken, was erreicht wurde.
„Herr, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich verändern kann,
die Gelassenheit, Dinge, die ich nicht ändern kann, hinzunehmen
und die Weisheit, dass Eine vom Anderen zu unterscheiden!“
Gestatten Sie mir zum Schluss eine persönliche Anmerkung.
Am 31.12.2024 endet meine zweite Amtszeit und meine Tätigkeit im Vorstand des IDR, am 31. Mai 2025 endet meine aktive Dienstzeit bei und für die Stadt Frankfurt am Main.
Ich möchte mich bei Ihnen sehr herzlich für das Vertrauen bedanken, dass Sie dem Vorstand und mir entgegenbringen.
Ich glaube, dass ich dem IDR viel geben konnte, aber ich bin unendlich dankbar, was mir der IDR und die vielen Begegnungen mit Ihnen gegeben haben.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und dem IDR für die Zukunft alles erdenklich Gute. Ich lasse nun los, „mein Kind“ ist volljährig und kann den Weg allein weiter gehen.
Das Interview führte Ina Eichhoff.