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Kennen Sie schon Ina Eichhoff?

Liebe Ina,

vielen Dank, dass wir heute mit Dir unsere Interview-Reihe fortführen können – diesmal in einer besonderen Rolle, denn normalerweise stellst Du die Fragen, und heute teilst Du deine Antworten mit uns.
Das Ziel ist unseren Mitgliedern unsere vielen engagierten Mitstreiter und Mitstreiterinnen in den Gremien des IDRs etwas näher vorzustellen. 

In einem Satz: Wer bist Du? 
Im Grunde bin ich eine Jongleurin - allerdings (meistens) nicht im Zirkus, sondern mitten im Berufs-, Vereins- und fünfköpfigen Familienalltag, wo ich oft im sehr schnellen Tempo alles gleichzeitig balanciere, entscheide, vorantreibe, tröste, begleite, entwickle und genieße.

Welches Hobby hast Du, das niemand erwartet? 
Ich probiere ständig und gern neue Dinge aus, egal ob ich versuche Reiten zu lernen, Golf und Tennis zu spielen, einen Angelschein mache, mein Gemüse im Garten selbst ziehe, Honig von den eigenen Bienen imkere, Surfen ausprobiere, Ski fahre, mal mir häkeln und nähen selbst beibringe oder einfach nur joggen gehe. Mir macht vor allem das Entdecken, Ausprobieren und Weiterziehen Spaß und genau das leben wir auch als Familie wenn wir zusammen mit unseren 3 Kindern und dem Hund im kleinen Campervan ca. 15% des Jahres durch Europa touren. 

Wo finden wir Dich beruflich, wenn Du dich nicht für das IDR engagierst? 
Beruflich bin ich wesentlich beständiger als in der Freizeitgestaltung. Man findet mich seit über 20 Jahren dort, wo komplexe Themen aus Public Sector, Rechnungslegung, Steuern, Prüfung, Digitalisierung und Beratung zusammenfließen mitten in Projekten mit Kommunen, Landkreisen, Ministerien, Kirchen und öffentlichen Unternehmen, die genau diese Mischung brauchen. Als Diplom-Betriebswirtin, Steuerberaterin, IT-Auditor, Sustainability-Auditor und Partnerin bei Rödl. 

Deine Position im IDR in drei Worten? 
Gründungsmitglied, Geschäftsführerin, Vorständin 

Warum engagierst Du dich hier? Ein Satz! 
Weil ich fest daran glaube, dass eine starke öffentliche Finanzkontrolle ein unverzichtbarer Baustein für Demokratie, Vertrauen, Qualität und Zukunftsfähigkeit staatlichen Handelns ist und weil ich gern mitgestalte, statt nur zuzusehen. 

Wie hat sich die öffentliche Finanzkontrolle in den letzten Jahren entwickelt? 
Sie ist fachlich breiter geworden, digitaler, prüfmethodisch anspruchsvoller und gleichzeitig viel stärker im Dialog mit Verwaltungen, Politik und Gesellschaft eingebunden; aus „Kontrolle“ wurde zunehmend „Begleitung und Impulsgeber“, ohne den Kernauftrag zu verwässern. Diese Transformation in den vergangen 19 Jahren mit begleiten zu dürfen, ist einfach großartig.

Welche Herausforderungen sind Dir bei deiner Arbeit im Vorstand begegnet? 
Der Spagat zwischen Tradition und Erneuerung, die unterschiedlichen Erwartungen aus Landesgruppen und Vorstands- und Netzwerkarbeit und der Anspruch, alle mitzunehmen, waren und sind sicherlich herausfordernd. Dazu kamen jene feinen, manchmal unausgesprochenen Widerstände der letzten 19 Jahre, die weniger mit meiner Person als vielmehr mit meiner beruflichen Zugehörigkeit zu tun hatten. Interessant dabei ist, dass ähnliche Konstellationen bei anderen Häusern oft erstaunlich geräuschlos hingenommen werden. Aber natürlich wäre die Rechnungsprüfung nicht die Rechnungsprüfung, wenn sie solche Dinge nicht kritisch hinterfragen würde und das ist am Ende auch gut so. Für mich war es eine Chance, durch transparente Arbeit, offenen Austausch und eine Portion Gelassenheit Vertrauen aufzubauen und vermeintliche Rollenkonflikte konstruktiv aufzulösen. Und am Ende kommen die Besten Ergebnisse immer im Miteinander.

Auf welche Erfolge oder Veränderungen im Verein bist Du besonders stolz? 
Auf die gestiegene Sichtbarkeit des IDR, die stärkere Vernetzung über Ebenen und Regionen hinweg, die neuen Impulse in Digitalisierung und Methodik – und darauf, dass sich immer mehr Mitglieder aktiv einbringen und Verantwortung übernehmen. Besonders freue ich mich darüber, dass wir zunehmend bei den kommunalen Spitzenverbänden und anderen wichtigen Akteuren gehört werden, fachlich angefragt sind und damit sichtbar wird, welchen Wert unsere Expertise hat. Gleichzeitig spüre ich, dass die öffentliche Finanzkontrolle als Berufsfeld an Attraktivität gewinnt – ein schöner Beleg dafür, dass unsere Arbeit Wirkung zeigt.

Ein Ziel für nächstes Jahr? 
Die Dynamik des IDR noch klarer zu strukturieren, Projekte schneller ins Machen zu bringen und gleichzeitig die Mitglieder enger in diesen Prozess einzubinden.

Wo ist das IDR in 5 Jahren? Ein Satz.
Ein bundesweit sichtbares, methodisch führendes Kompetenzzentrum für öffentliche Finanzkontrolle, das weiter aktiv Impulse setzt statt nur reagiert, im Vorfeld in relevante Gesetzgebungsverfahren eingebunden wird und den Austausch über alle föderalen Ebenen hinweg selbstverständlich macht.

Ein Rat an alle Vereinsmitglieder: 
Bleibt neugierig, bringt Euch ein, stellt Fragen und nutzt die Stärke unseres Netzwerks, denn gemeinsam bekommt man deutlich mehr Bälle in der Luft gehalten, als man denkt. Und vor allem: Unterschätzt nie, welchen ganz konkreten Unterschied jede und jeder Einzelne jeden Tag für die Weiterentwicklung unseres Vereins machen kann. Oft sind es genau diese kleinen Impulse, die am Ende den größten Schritt nach vorn bedeuten.

 

Das Interview führte Hella Wolff.

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